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(RP) FUTSAL - Verdutzt schaut Lukas Altmann zum Schiedsrichter. Sein leichtes Tackling, das normalerweise wohl kaum für Aufregung gesorgt hätte, wird mit einem direkten Freistoß geahndet. Und da es das vierte Foul dieser Art von den Spielern des Polizei SV war, darf Fatih Yurtdassevem vom Rheydter Spielverein ungehindert aus zehn Metern einnetzen. "Es ist schon eine Umgewöhnung, dass man sich im Zweikampf so zurückhalten muss", sagt Altmann nach seiner Futsal-Premiere.
Vor gut einer Woche spielte er mit dem PSV noch bei der Hallenstadtmeisterschaft, wo er auch mal den gepflegten Check an die Bande oder die klassische Grätsche auspacken konnte. Nun probierte er sich mit dem PSV erstmals beim Futsal. Die offizielle Hallenfußball-Variante des Weltverbandes FIFA hat sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt. Obwohl sie die Vorzüge des Hallenspektakels nochmals potenziert. Grätschen sind nicht erlaubt, statt Banden gibt es Seitenauslinien, dafür sieht der Zuschauer trickreiche, schnelle Spieler und viele Treffer, auch wenn nur auf Handballtore gespielt wird . "Noch hat es unsere Sportart aber nicht leicht, wir stehen weit unten", sagt Bünyamin Trükhan von Furious Futsal, dem ersten Futsalverein in Mönchengladbach.
Um für ihren Sport zu werben und Vorurteile abzubauen, haben die Futsalspieler erstmals "normale" Fuballmannschaften zu einem Turnier eingeladen. "Wir möchten vor allem den Spa am Futsal vermitteln. Vielleicht wird es dann irgendwann eine Umstellung geben", sagt Organisator Türkhan, den die Resonanz bei der Premiere zufriedenstellt. Sieben Vereine sind der Einladung gefolgt, von denen der RSV der klassenhöchste ist. Und während der Landesligist jüngst zur Hallenstadtmeisterschaft seine Reserve schickte, sind beim Futsal auch einige Stammspieler dabei. "Uns war bei der Stadtmeisterschaft die Verletzungsgefahr zu groß. Das hier ist aber eine gute Trainingseinheit für uns", sagt Damir Knezovic, Trainer des Rheydter SV, der Futsal für sehr attraktiv hält. Schließlich fordert diese Hallenvariante den Fußballern insbesondere in Sachen Technik und Handlungsschnelligkeit. "Du musst viele kurze Pässe spielen und immer schnell Lösungen parat haben. Das hat weniger mit Kraft zu tun", sagt Knezovic, der aber eine Eingewöhnungszeit an den kleineren, sprungreduzierten Ball nicht verhehlen kann. Als ein Ball kurz ihm nochmals aufprallt, schätzt der RSV-Trainer die Flugeigenschaften des Spielgerätes falsch ein, so dass er ihm unter der Sohle durchrutscht. Ansonsten lässt der RSV aber seine technischen Qualitäten aufblitzen. Mal streichelt Francesco Sidero den Ball zu seinem Nebenmann, dann benutzt Dimitri Zankacidi die Hacke für einen schönen Pass. Techniker sind beim Futsal im Vorteil, reine Bolzer tun sich hingegen schwer. Und mittendrin sind die "Furious Futsal"-Spieler gute Gastgeber. "Unser Ziel ist nicht der Turniersieg. Auch für uns ist es eine Umgewöhnung, gegen Fußballmannschaften anzutreten, da sie häufiger etwas wilder spielen", sagt Türkhan, der mit der Premiere zufrieden ist: "Es gab viel positive Resonanz, wir werden das Turnier auf jeden Fall wiederholen." Wenngleich nicht alle restlos überzeugt sind. ,Mir gefällt der normale Hallenfußball mit der Bande besser. Futsal ist schon sehr laufbetont ", sagt Lukas Altmann, obwohl er auch hinterher schiebt: "Es macht schon Spaß." Das können auch ein paar Freistopfiffe mehr nicht ändern.
Turniersieger wurde der RSV durch einen 5:3-Sieg nach Verlängerung gegen den SV 08 Rheydt. Furjous Futsal belegte den fünften Platz.
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